Elemente der strategischen Personalentwicklung
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Das Dach für die strategische Personalentwicklung bildet die Unternehmenskultur. Die Personalentwicklung orientiert sich daran ebenso, wie sie die Unternehmenskultur unmittelbar durch die Instrumente der Personalentwicklung aktiv mitgestaltet.
Die Unternehmenskultur dokumentieren viele Unternehmen durch die Veröffentlichung wie:
– Vision (im übertragenen Sinne: Der Stern am Firmament, der Orientierung gibt, aber unerreichbar ist)
– Mission (der oberste, über alles gestellte Auftrag des Unternehmens)
– Leitbild (von jedem im Unternehmen einforderbare Maximen, die das tägliche Handeln nach innen und außen sowie den Umgang miteinander beschreiben)
– Wertevorstellungen (für jeden im Unternehmen verbindliche Grundwerte, auf die er sein persönliches Handeln stützen muss)
– Führungsgrundsätze (Leitsätze zum Führungsstil und für den Umgang zwischen Führungskraft und Mitarbeitern)
– Unternehmens-Einmaligkeit (Alleinstellungsmerkmal zur Differenzierung im Wettbewerb)
Die nächste Konkretisierungsebene der strategischen Personalentwicklung ist die Unternehmensstrategie und die daraus abgeleitete kurz-, mittel- und langfristige Personalplanung.
Die Personalplanung beinhaltet die personalrelevanten Daten für
– Beschaffung
– Ausbildung
– Führung
– Verwaltung
– Betreuung
– Entlassungen und Pensionierung
Die Personaldaten werden regelmäßig aktualisiert und angepasst. Die Informationen können somit zeitnah auch dem Management zur Verfügung gestellt werden (Ist-Daten) und unmittelbar Handlungsoptionen abgeleitet werden (Controlling).
Im Rahmen der strategischen Personalentwicklung nimmt die Bedeutung der Personalbeschaffung derzeit außerordentlich stark zu. Zur Personalbeschaffung zählen Aufgaben wie Beschaffungsmarketing, Firmenpräsentationen, Bewerberauswahlverfahren, Absagen und Einstellungen sowie die Betreuung bis zur Einstellung.
Der aktuelle bzw. künftige Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führt zur Intensivierung des Beschaffungsmarketings an Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen bis hin zu Schulen der Sekundarstufe wie Gymnasien, Gesamt- und Realschulen (siehe auch Kapitel 5).
Die Bewerberauswahl ist ein wichtiger Bestandteil des ersten Eindrucks vom Unternehmen (Image). In diesem Bereich wird zunehmend auf die neuen Medien gesetzt. So können Bewerber z. B. bei Siemens AG und der Personalberatung Amway über Internet vorstellig werden. Die Allianz AG pilotiert derzeit neu entwickelte Computer gestützte Assessment Center für die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter (siehe auch Kapitel 6).
Die Hauptelemente der Personalausbildung sind die berufliche und soziale Ausbildung, Berufsakademien, berufsbegleitende (Unternehmens-)Universitäten und Karriereberatung. Darüber hinaus gibt es zunehmend interne Ausbildungsprogramme wie Train-The-Trainer, Train-The-Organizer, Supervisions- und Coachausbildungen.
Zur Personalverwaltung zählen die bisher unter der Personalabteilung subsumierten Aufgaben wie Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Nebenleistungen, Incentives, Altersversorgung, Vergütungsstrukturen, Anforderungsprofile, Kantine, Kindergarten etc.
Die Angebote zum Umgang mit Zeit, Stress, Gesundheit, Nahrung und Sport sowie Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, zur persönlichen Lebensplanung sind Bestandteile der Personalbetreu-ung. Ebenso der Umgang mit besonderen Ereignissen wie Geburtstage, Hochzeiten und Ehrentage.
Im Rahmen der strategischen Personalentwicklung sind Entlassungen und Pensionierungen wichtige Prüfsteine, wie das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern in dieser Phase umgeht. Die Aufgaben, die hier zu bewältigen sind, heißen z.B.: Hilfe bei Stellenwechsel, Zeugniserstellung, Abfindungsregelungen, Pensionsplanung, Einsatz von Pensionären für betriebliche Aufgaben, Pensionärsversammlungen und Workshops zu Themen wie „Aktives Altern“.
Wichtig: Die strategische Personalentwicklung beginnt heute für die Unternehmen bereits beim Beschaffungsmarketing in Schulen und Weiterbildungseinrichtungen. Da die Zeit zwischen erster Kontaktaufnahme bis zum tatsächlichen Einsatz lang und durchaus kostenintensiv sein kann, müssen Kosten-Nutzen-Überlegungen stets präsent sein. Gleichzeitig zwingen die demographischen Entwicklungen und die Lage am Arbeitsmarkt zum Handeln. Korrekte Zahlen und seriöse Personalplanungen sind gefragt. Kein leichtes Unterfangen, wenn man zudem davon ausgeht, dass jeder Arbeitnehmer in Zukunft ca. sechs verschiedene Berufe erlernen bzw. in seinem Arbeitsleben ausüben wird.
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