Augenmaß ist notwendig
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Wirtschaftliche Dynamik schwächt sich ab / Wachsende Herausforderungen und greifbare Risiken sorgen für zunehmende Verunsicherung
Die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie e.V., Nora Schmidt-Kesseler, warnt vor überzogenen Forderungen in der Tarifrunde. „Die Gewerkschaft fordert mehr als sieben Prozent, das ist eindeutig zu viel. Ein solcher Abschluss wäre eine tonnenschwere Zukunftslast für unsere Unternehmen, die wettbewerbsfähig sein müssen, wenn die Wirtschaft wieder schlechter läuft.“
Auch wenn die Chemie-Branche für das vergangene Jahr eine gute Bilanz vorlegen kann, sorgen Risiken wie internationale Handelskonflikte und der unklare Ausgang der Brexit-Verhandlungen zunehmend für Verunsicherung. Wenn die Chemie-Industrie weiter erfolgreich sein will, braucht sie eine zukunftsfähige Tarifpolitik. Es muss ausreichend Spielraum für Investitionen, Innovationen und die Sicherung von Arbeitsplätzen gewährleistet werden. Zudem haben der Arbeitgeberverband Nordostchemie und die IG BCE im Jahr 2017 das Potsdamer Modell abgeschlossen, was für die Unternehmen bereits zusätzliche Belastungen bedeutet.
„Wichtig für das Tarifergebnis ist, dass niemand abgehängt wird. Vor allem die Ostchemie kämpft mit den wachsenden Herausforderungen der Branche, besonders mit den Auswirkungen des demografischen Wandels. Schon jetzt klagen knapp dreiviertel der Unternehmen über Fachkräfteengpässe und hohe Arbeitskosten. Wir wollen flexible Arbeitszeitmodelle ebenso wie die Chancen der Digitalisierung nutzen. Die aktuelle Tarifrunde bietet die Möglichkeit, hier Fortschritte sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer zu erzielen“, erklärt Schmidt-Kesseler.
Die Tarifverhandlungen für die 43.500 Beschäftigten in 162 Unternehmen der Ostchemie beginnen am 29. Juni 2018 in Leuna. Die Mitglieder des Verbandes sind zu 75 Prozent kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten.
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