COACHING TIPP DER WOCHE
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Margit F. (Name geändert) ist Coach. Nach 3 Jahren Coaching-Ausbildung sehe ich sie im Supermarkt an der Kasse sitzen. Ein Aushilfsjob für Zwischendurch? Nein, Margit sitzt dort jeden Tag, Vollzeit, hat keine Coaching-Aufträge. Dabei hatte sie sich auf einem Netzwerktreffen als Führungskräfte-Coach vorgestellt. Diese Geschichte ist kein Einzelfall, wie ich inzwischen festgestellt habe. Margit hat einen Realschulabschuss, eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und bewirbt sich als Führungskräfte-Coach in Unternehmen, wie BMW, Audi, Roche, etc. Fremdsprachen kann sie keine, Führungserfahrung hat sie auch nicht. Den Traum, Führungskräfte-Coach zu werden, hat sie in einem anderen Ausbildungsinstitut entwickelt, nachdem sie gesehen hat, welche Honorare sie als Führungskräfte-Coach verdienen kann. Dass sich Unternehmen aufgrund der vielen Coaches im Markt gerüstet haben und ihre Aufnahmekriterien verschärft haben, ist nachvollziehbar. Wer in einen Unternehmens-Coaching-Pool hinein will, den unterziehen die Unternehmen einem Auswahlverfahren: Bewerbung mit Lebenslauf und Referenzen, Assessment-Center inklusive „Probecoachen“, persönliches Gespräch. Die Unternehmen legen Wert auf fundierte Ausbildung, Universitätsabschluss und Business- und Lebens-Erfahrung, damit die Führungskräfte auch einen Sparringspartner vorfinden, der mit ihnen auf Augenhöhe sprechen kann. Auch Margit F. kann Coach werden und viel Geld verdienen. Mit Fokussierung auf das, was sie kann und noch lernen wird, indem sie sich auf ihre Stärken besinnt, überlegt, in welcher Branche sie erst mal gut Fuß fassen kann, indem Sie sich traut, sich klar zu positionieren, ein Alleinstellungsmerkmal schafft, was im Markt interessant ist und nicht von jedem besetzt wird. Doch was soll das für Margit F. sein? Jeder Mensch hat sein eigenes Stärken-Profil und Erfahrungen, die nur er in dieser speziellen Kombination in sich trägt. Jeder kann es schaffen, in dem er sich auf das besinnt, was er mitbringt. Die Vergangenheit ist wertvoller als viele denken. Mit den bereits erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten wird Margit ihrem Ziel Stück für Stück entgegen gehen, dranbleiben, sich weiter ausbilden und fundierte Erfahrungen sammeln. Margit F. wird sich nun auf die freie Stelle als Filialleitung im Supermarkt bewerben, einen Schritt gehen, an den sie vorher gar nicht gedacht hatte. „Der Supermarkt-Job war ja erst nur eine Überbrückung, bis das mit dem Coaching in den Unternehmen klappt“. Mit diesen Filialleitungs-Erfahrungen wird sie sich danach als Coach im Handel positionieren. Das ist doch schon eine erste Idee. Margit F. positioniert sich selbst, bevor sie positioniert wird. Irgendwann in naher Zukunft wird Margit F. auch Führungskräfte coachen, in einem Feld, in dem sie sich mehr Kompetenzen geschaffen hat, als andere und glaubwürdig und kompetent agieren kann.
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